Rückspiegel

911er  einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen  Porsche leisten  zu  können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!



Entwicklung der Verbraucherpreise:

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und  Gesellschaft  seit den 60er Jahren erfahren haben...

Der Monat vor  50 Jahren

02.12.1968:         Die italienische Polizei in der sizilianischen Gemeinde Avola geht  mit Maschinengewehren gegen eine De-monstration vor. Zwei Arbeiter kommen ums Leben, weitere 60 Menschen werden verletzt.

 

03.12.1968:         Das Bundesverfassungsgericht erklärt einen Passus im Parteiengesetz vom 24. Juli 1967 für unzulässig, nach dem der Staat den Parteien die Wahlkampfkosten erst dann erstatten muss, wenn sie mindestens 2,5 % der Wählerstimmen erhielten. Die Grenze wird auf 0,5 % festgelegt.

 

04.12.1968:         In ganz Italien treten die Landarbeiter in einen Ausstand. Auf Sizilien und in mehreren mittel- und norditalienischen Städten legen Arbeiter für eine Entwaffnung der Polizei die Arbeit nieder.

 

05.12.1968:         Der Appellationsgerichtshof in der Hauptstadt Seoul bestätigt die drastischen Strafen gegen fünf im Sommer 1967 aus der BRD entführte Südkoreaner. Sie waren der Spionage beschuldigt worden. Der Komponist Isang Yun hatte zehn Jahre Zuchthaus erhalten. Der Physiker Chung Kyao Myung war zum Tode verurteilt worden. Die Bundesregierung hatte aus Protest ihren Botschafter zurückgerufen.

 

06.12.1968:         In der DDR-Hauptstadt Ost-Berlin schließen die BRD und die DDR ein Abkommen über die Ausweitung des zinslosen Überziehungskredits („Swing“) im innerdeutschen Handel geschlossen.

 

08.12.1968:         In Frankfurt / Main schließen linke Gruppierungen und Parteien unter dem Namen „Aktion demokratischer Fortschritt“ (ADF) ein Wahlbündnis für die Bundestagswahl 1969. Die DKP, die Deutsche Friedens-Union (DFU), der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) und weitere Organisationen wollen so gemeinsam die 5-%-Hürde „knacken“.

 

09.12.1968:       Das Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ des um-

Geboren im Dezember 1968:

 

 

3. Dezember:   Brendan Fraser, US-amerikanischer Schauspieler

 

14. Dezember: King Tee, US-amerikanischer Rapper

 

18. Dezember: Mario Basler, deutscher Fußballspieler und -trainer

 

25. Dezember: Helena Christensen, dänisches Fotomodell

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?


Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.


Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.


Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.


Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?




 eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.



In 50 Jahren vom Luxus zum Standard


Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.


Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.


In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.


Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"








Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...


Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.

 

Zugegeben: PC und Internet sind die gewaltigsten Innovationen, die ich in meinem Leben erfahren habe – natürlich würde ich sie nicht mehr missen wollen. Davon abgesehen könnte ich aber auf das meiste der  - teils fragwürdigen – Errungenschaften verzichten, die unser Leben inzwischen „bereichern“.

 

Klar war auch das Leben in den Sixties kein Ponyhof, der Lebensstandard natürlich niedriger als heute. Jedoch behaupte ich, dass die Verteilungsgerechtigkeit (nicht global aber innerhalb der führenden Industrienationen) größer war als heute – ist dieser Punkt nicht der wichtigere?

 

Auch die Bedrohung durch Kriege war schon damals allgegenwärtig – aber haben wir hier nennenswerte Fortschritte erzielt?

 

Mit meiner kleinen Website möchte ich die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bin gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.

 

Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!

 

 

 

Hier aber erstmal der…

 

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?


Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.


Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.


Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!


Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.


Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass


Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben;  diese will ich niemandem     aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!


Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte,   die Verhältnisse in der DDR darzustellen.





Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg  begann für die westeuropäische Wirtschaft  - in einen Aufholprozess gegenüber den USA  - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere  in der Bundesrepublik Deutschland  wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.


 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.


Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

 

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

 Link: weitere Infos

Die Erkenntnisse hieraus:


dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.


Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben  schon in den frühen Sixties!), dass  die Zeichen auf Veränderung stehen.


Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir  eine gesellschaftliche Zäsur  zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.


Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der  jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!


Die Kuba-Krise

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Jene zwei  Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden,  auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.


Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.


Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow  an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger  (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord   gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.


Der Summer of Love 1967 markiert sowohl  den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).


Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil.  In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.


Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation:  als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?


Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan,George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?


Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.


Die 68er

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Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon  seit Mitte der 60er Jahre  in Protesten  gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.


Im Grunde gehörten die  vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.


Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in  jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher  Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung,  Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten  GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch in der nunmehr vierten gibt die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).


Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten  - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.


Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:


●  zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.


●  Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor  politisch Desinteressierten) verändert.


 ●  Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von  ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!


In der bemannten Raumfahrt hatte  die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort  war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.


Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.


Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:


  •   zwar  wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere  Mondflüge  (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  •   zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre  unterwegs und  offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  •   zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,


aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen  als  realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das  für  ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile  in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!


Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

strittenen Schweizer Autors Erich von Däniken führt die „Spiegel“-Bestsellerliste für Sachbücher an.

 

10.12.1968:         In Frankfurt / Main beschließt  der Verband Deutscher Flugleiter, seine Aktion „Dienst nach Vorschrift“ für den Weihnachtsflugverkehr auszusetzen. Mit ihrem Bummelstreik, der am 28. Oktober begonnen hatte, wollten die Fluglotsen höhere Löhne und eine Lockerung ihres beamtenähnlichen Status durchsetzen.

 

Ein Kongress der Weltgesundheitsorganisation in Beirut (Libanon) macht auf die Gefahr aufmerksam, dass ein Drittel der Welt malariaverseucht oder akut von Malaria bedroht sei.

 

12.12.1968:         In Bonn treten junge Menschen aus der ganzen BRD in einen bis zum 21. Dezember befristeten Hungerstreik. Sie wollen damit auf das Massensterben im Kriegsgebiet von Biafra aufmerksam machen.

 

13.12.1968:         Durch einen Staatsstreich wird Brasilien zur Militärdiktatur. Staatspräsident Arturo da Costa e Silva hat sich mit dem „Institutionellen Akt Nr. 5“ diktatorische Vollmachten verliehen.

 

14.12.1968:         Bisher sind 32 Menschen an der asiatischen Grippe gestorben, die seit Anfang Juli in der britischen Kronkolonie Hongkong grassiert. Jeder fünfte der etwa vier Mio. Einwohner ist von dem Grippevirus befallen.

 

In einem Freundschaftsspiel in Rio de Janeiro trennen sich die Fußball-Nationalmannschaften der BRD und Brasiliens 2:2. Der Pausenstand war noch 2:0 für Brasilien gewesen.

 

15.12.1968:         Die Delegierten bestätigen auf dem Parteitag der CSU in München Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß mit 501 von 525 gültigen Stimmen als Parteivorsitzenden. Ein neues Parteiprogramm wird ohne Gegenstimme gebilligt.

 

16.12.1968:         Vor der norddeutschen Küste startet „Radio Nordsee“, der erste deutsche Piratensender, sein Unterhaltungsprogramm.

 

Der Roman „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz erreicht Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste für Belletristik.

 

In Anwesenheit von Bundespräsident Heinrich Lübke wird in Zuge der bundesdeutschen Bildungsreform die Ruhr-Universität Dortmund eröffnet. Während der Feier im Dortmunder Stadttheater protestieren Studenten der Pädagogischen Hochschule Ruhr gegen den Dozentenmangel an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen protestiert, dabei kommt es  zu Handgreiflichkeiten.

 

17.12.1968:        Die „Ad-hoc-Gruppe Christliche Weihnacht 1968“ droht mit massiven Störungen der Weihnachtsgottesdienste in West-Berlin. Die APO-Anhänger fordern die Abschaffung der Weihnachtsfeiertage und darüber hinaus Gottesdienste, die die Probleme der Welt nicht verschleiern.

 

18.12.1968:         Die Bundesregierung erklärt sich offiziell einverstanden mit den vom IOC aufgestellten Regeln für die Olympischen Spiele 1972 in München. Danach nimmt die DDR mit eigener Mannschaft, eigener Flagge und eigener Hymne an den Spielen teil. Bis 1964 gab es eine gesamtdeutsche Mannschaft.

 

19.12.1968:         Der ausgebaute und auch für Seeschiffe geeignete Zeekanaal Gent-Terneuzen wird von der niederländischen Königin Juliana und dem belgischen König Baudoin I eröffnet und für den Verkehr freigegeben.

 

20.12.1968        Ein Hamburger Schwurgericht verurteilt Alexander Hembluck zu 15 Jahren Zuchthaus. Er war als Eisenbahnattentäter „Roy Clark“ bekannt geworden.

 

22.12.1968:         Die Brenner-Autobahn zwischen Innsbruck und dem Brennersee, kurz vor der italienische-österreichischen Grenze kann nun auf 36 km durchgehend befahren werden. Mit der offiziellen Freigabe für den Verkehr entsteht für die Autofahrer künftig eine Zeitersparnis von mehr als einer Stunde.

 

Etwa 40 km südöstlich von Budapest kommen bei einem Zugunglück 43 Menschen ums Leben,  57 werden schwer verletzt. Die meisten Opfer sind Kinder.

 

24.12.1968:         In West-Berlin kommt es bei den weihnachtlichen Gottesdiensten in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu Störungen. Jugendliche Demonstranten stürzen eine Christus-Statue um und entrollen daran Plakate mit der Aufschrift „Ihr Heuchler“.

 

Zum ersten Mal umkreist mit „Apollo 8“ eine menschliche Besatzung den Mond. Die drei US-Astronauten Frank Borman, James Lovell und William Anders waren am 21. Dezember gestartet. William Anders fotografiert den Erdaufgang, eine Szene, die Berühmtheit erlangen sollte. Tags darauf wird den Fernsehzuschauern aus einer Höhe von 112 km der erste Blick auf die kahle Mondoberfläche ermöglicht.

 

26.12.1968:         Auf dem Athener Flughafen verüben zwei Mitglieder der palästinensischen Untergrundbewegung „Al Fatah“ einen Anschlag auf ein Passagierflugzeug vom Typ Boeing 707 der israelischen Luftfahrtgesellschaft „El Al“. Dabei stirbt ein Passagier, zwei weitere werden verletzt.

 

27.12.1968:         Eine halbe Stunde nach Beendigung der dreitägigen Waffenruhe über Weihnachten werden die Kämpfe in Vietnam wieder aufgenommen. Auch die vereinbarte Weihnachtswaffenruhe im Biafra-Krieg endet, nachdem die nigerianische Zentralregierung eine Verlängerung bis zum Monatsende abgelehnt hat.

 

Die Astronauten von „Apollo 8“ kehren ca. 1.000 Meilen südwestlich von Hawaii um 4:51 Uhr Ortszeit (16:51 MEZ) nach 147 Stunden sicher zur Erde zurück.

 

28.12.1968:         Ein israelisches Kommando verübt – als Vergeltung für den Anschlag auf das „El Al“-Passagierflugzeug einen Überraschungsangriff auf den internationalen Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut und zerstört dabei zahlreiche Flugzeuge.

 

31.12.1968:         Die Bundesbürger haben schätzungsweise 55 Mio. DM für Feuerwerkskörper für die Silvesternacht ausgegeben - eine Steigerung von knapp 7 % im Vergleich zum Vorjahr.

 

Die sowjetische Tupolew Tu-144, das erste Überschall-Passagierflugzeug der Welt, startet zu ihrem Jungfernflug.

Sound des Monats:   Ennio Morricone - Spiel mir das Lied vom Tod

 

An einem Bahnhof warten drei Männer. Einer döst, ein zweiter spaziert herum, der dritte fängt eine Fliege im Lauf seines Colts. Zehn Minuten "passiert nichts". Jedoch erzeugen die rauen Gesichter der Männer in Großaufnahme, die harten Schnitte zwischen Totale und Close-up und das quietschende Windrad eine kaum erträgliche Spannung. Sergio Leone hat mit diesem 165-Minuten-Epos vielleicht den ultimativen Western gedreht.

 

Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una volta il West, Premiere: 21.12.1968) ist für viele der Abgesang auf ein legendäres Filmgenre. Wim Wenders jedenfalls proklamiert damals in seiner Kritik den Tod des Westerns: "Dieser hier ist der letztmögliche, das Ende eines Metiers." (Filmkritik, 1969).

 

Mit Leone und seinem Komponisten Ennio Morricone (s. auch "60er Film", hier: "Italowestern") schufen zwei Italiener den Abgesang auf einen amerikanischen Mythos: Die Geburt der Nation, der Traum der Freiheit – und dessen Scheitern am Kapital. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres – in der BRD  der dritt-erfolgreichte Film aller Zeiten.

 

Für Leone dient auch in diesem Film die musikalische Untermalung als wesentliches Gestaltungsmerkmal. Ganze Passagen inszenierte er zum Rhythmus der Musik, die Morricone schon vor Beginn der Dreharbeiten fertiggestellt hatte. Das "Lied vom Tod“ zählt zu den bekanntesten Filmkompositionen überhaupt.

 

Sie denken an das Stück mit Mundharmonika & E-Gitarre? Falsch, dieses ist zwar genauso berühmt, heißt aber "As A Judgement"! Der U-Tube-Link führt daher zum kompletten Soundtrack.

 

 

 

 

Click auf Plattencover

= Link zu YouTube

Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard


 Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.


Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

… auf gut Deutsch:


Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).


So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.


Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.


Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild


Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen  Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.


Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute  ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.


Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen  durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…


Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...


Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später   auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs)  eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Bau der Berliner Mauer


Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. "  Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.


Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.


Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die  Kapitulation des  Ostblocks vor dem  konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

 Link: weitere Infos

Pille  - Minirock - Flower-Power


Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille  1961 erhielt (nicht nur) die  Frauenbewegung  neuen Auftrieb.


Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o.,  Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die  Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte  erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.


Wem stand der Minirock besser als  dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.


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