Rückspiegel

911er  einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen  Porsche leisten  zu  können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!



Entwicklung der Verbraucherpreise:

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und  Gesellschaft  seit den 60er Jahren erfahren haben...

Der Monat vor  50 Jahren

01.02.1969:     In Anwesenheit von Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder läuft in Bath (US-Bundesstaat Maine) der dritte in den USA für die BRD gebaute Lenkwaffenzerstörer vom Stapel. Das Schiff wird auf den Namen „Rommel“ getauft.

 

02.02.1969:   In Temesvar (Rumänien) wenden sich der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito und der rumänische Staatschef Nicolae Ceausescu in einem Kommuniqué gegen jede Einmischung anderer Staaten in die inneren Angelegenheiten eines Landes gewandt. Dies bezieht  sich vor allem auf die sowjetische Intervention in der CSSR und die Sowjet- Doktrin einer begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten.

 

03.02.1969:  In Kairo wählt der Palästinensische Nationalkongress Jassir Arafat zum Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

 

04.02.1969:   In München wird das 150-jährige Bestehen des Bayerischen Landtags mit einem Festakt begangen.

 

05.02.1969:     Der Bundestag wählt den CDU-Politiker Kai Uwe von Hassel als Nachfolger des zurückgetretenen Eugen Gerstenmaier zum Bundestagspräsidenten. Von Hassel erhält  262 Stimmen und damit nur zwei Stimmen mehr als die erforderliche Mehrheit.

 

Das Bundeskabinett billigt das sogenannte Airbus-Projekt, die gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien geplante Produktion eines Mittelstrecken-Großflugzeuges.

 

06.02.1969:   Die DDR-Regierung übermittelt der Bundesregierung wegen des Plans, die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten für den 5. März nach West-Berlin einzuberufen ein scharf formuliertes Protestschreiben. Zwei Tage später wird den Mitgliedern der Bundesversammlung die Durchreise durch das „Hoheitsgebiet der DDR nach West-Berlin“ untersagt.

 

Seit dem 28. Januar fließen täglich rund 100.000 Liter Öl unterhalb der Bohrplattform der Union Oil Company of California

Geboren im Februar 1969:

 

4. Februar:   Claudia Michelsen, deutsche Schauspielerin 

       

6. Februar:  Scott Amendola, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Bandleader

 

11.Februar:   Jennifer Aniston, US-amerikanische Schauspielerin

 

15.Februar:   Birdman, US-amerikanischer Rapper

 

15.Februar:   Katja Thimm, deutsche Journalistin

 

21.Februar:   Corey Harris, US-amerikanischer Blues-Gitarrist, Sänger und Songschreiber

 

22. Februar:  Hans Klok, niederländischer Zauberkünstler

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?


Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.


Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.


Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.


Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?




 eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.



In 50 Jahren vom Luxus zum Standard


Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.


Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.


In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.


Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"

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Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...


Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.

 

Zugegeben: PC und Internet sind die gewaltigsten Innovationen, die ich in meinem Leben erfahren habe – natürlich würde ich sie nicht mehr missen wollen. Davon abgesehen könnte ich aber auf das meiste der  - teils fragwürdigen – Errungenschaften verzichten, die unser Leben inzwischen „bereichern“.

 

Klar war auch das Leben in den Sixties kein Ponyhof, der Lebensstandard natürlich niedriger als heute. Jedoch behaupte ich, dass die Verteilungsgerechtigkeit (nicht global aber innerhalb der führenden Industrienationen) größer war als heute – ist dieser Punkt nicht der wichtigere?

 

Auch die Bedrohung durch Kriege war schon damals allgegenwärtig – aber haben wir hier nennenswerte Fortschritte erzielt?

 

Mit meiner kleinen Website möchte ich die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bin gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.

 

Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!

 

 

 

Hier aber erstmal der…

 

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?


Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.


Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.


Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!


Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.


Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass


Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben;  diese will ich niemandem     aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!


Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte,   die Verhältnisse in der DDR darzustellen.





Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg  begann für die westeuropäische Wirtschaft  - in einen Aufholprozess gegenüber den USA  - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere  in der Bundesrepublik Deutschland  wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.


 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.


Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

 

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

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Die Erkenntnisse hieraus:


dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.


Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben  schon in den frühen Sixties!), dass  die Zeichen auf Veränderung stehen.


Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir  eine gesellschaftliche Zäsur  zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.


Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der  jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!


Die Kuba-Krise

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Jene zwei  Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden,  auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.


Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.


Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow  an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger  (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord   gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.


Der Summer of Love 1967 markiert sowohl  den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).


Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil.  In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.


Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation:  als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?


Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan,George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?


Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.


Die 68er

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Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon  seit Mitte der 60er Jahre  in Protesten  gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.


Im Grunde gehörten die  vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.


Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in  jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher  Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung,  Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten  GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch in der nunmehr vierten gibt die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).


Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten  - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.


Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:


●  zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.


●  Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor  politisch Desinteressierten) verändert.


 ●  Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von  ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!


In der bemannten Raumfahrt hatte  die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort  war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.


Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.


Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:


  •   zwar  wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere  Mondflüge  (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  •   zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre  unterwegs und  offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  •   zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,


aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen  als  realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das  für  ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile  in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!


Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

aus einer unterirdischen Meeresspalte. Damit wird die südkalifornische Küste um Santa Barbara von einer schweren Ölkatastrophe heimgesucht.

 

 

07.02.1969:     Auf den Orkney-Inseln vor der Nordküste Schottlands registrieren Meteorologen den bisher stärksten gemessenen Orkan mit Windgeschwindigkeiten von 217 km/h. In Großbritannien kommt es zu schweren Schneestürmen.

 

 

09.02.1969:     Das neue Großraumflugzeug vom Typ Boeing 747 („Jumbo-Jet“) startet zu seinem Jungfernflug.

 

 

11.02.1969:     In Bombay sind seit dem 8. Februar bei bürgerkriegsähnlichen Unruhen 41 Menschen umgekommen. Weitere 450 wurden verletzt. Die Unruhen hatten begonnen, als die rechtsradikale Bewegung „Armee Gottes“ einen Besuch des stellvertretenden indischen Ministerpräsidenten Morjij Desai in Bombay zu verhindern versuchten.

 

 

12.02.1969:   Zwischen Erding und Taufkirchen (Oberbayern) stürzt eine zweimotorige Transportmaschine vom Typ „Noratlas“ auf ein Einfamilienhaus. Zwölf Soldaten sowie ein zweieinhalbjähriges Kind kommen ums Leben. Am gleichen Tag zerschellt eine Bundeswehrmaschine vom Typ „C 47“ nahe des Bundeswehrflugplatzes Schwesing bei Husum.

 

 

13.02.1969:   In der bayerischen Landeshauptstadt München findet die erste deutsche Herztransplantation statt.

 

 

15.02.1969:     In der Karibik beginnt  das US-amerikanische Langzeit-Tauchprojekt „Tektite 1“ zur Erforschung des ozeanischen Lebens.

 

 

16.02.1969:  Eine schwere Schneekatastrophe sucht weite Teile der BRD, vor allem Norddeutschland, heim.

 

 

18.02.1969:   Auf dem Zürcher Flughafen verübt die „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) einen blutigen Anschlag auf eine israelische Passagiermaschine. Einer der Attentäter wird dabei von einem israelischen Sicherheitsbeamten erschossen.

 

 

19.02.1969:     In Bonn wird das neue Abgeordnetenhaus, der „Lange Eugen“, bezugsfertig.

 

 

20.02.1969:   Die Volkswagen AG und die NSU Motorenwerke AG einigen sich grundsätzlich auf einen Zusammenschluss beider Unternehmen. An einer Übernahme von NSU hatten auch ausländische Autofirmen Interesse gezeigt.

 

 

21.02.1969:    In Zukunft sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit bis zu einer bestimmten Höchstgrenze des Arbeitslohnes steuerfrei. Das hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe entschieden. Bisher war die Lohnsteuerfreiheit davon abhängig gewesen, ob es gesetzliche oder tarifliche Zuschläge waren.

 

 

In einer Münchner U-Bahn-Baustelle kommt es zu einem Brand, bei dem drei Menschen sterben. In 20 Meter Tiefe hat sich eine bituminöse Faser („Büffelhaut“) entzündet, die zur Auskleidung der U-Bahn-Röhren und -Bahnhöfe dient.

 

 

23.02.1969:    US-Präsident Richard M. Nixon besucht auf seiner ersten Auslandsreise Westeuropa. Zu seinen Stationen zählt auch die BRD und West-Berlin.

 

 

25.02.1969:    Den südvietnamesischen Vietcong-Rebellen gelingt erstmals der Durchbruch des dreifachen Verteidigungsrings um Saigon. Sie dringen dabei bis in die unmittelbare Nähe der Hauptstadt vor, bis sie von US-Einheiten und Regierungstruppen zurückgeschlagen werden.

 

 

Vom Kap Kennedy (Florida) wird die US-amerikanische Marssonde „Mariner 6“ gestartet.

 

 

27.02.1969:  In Rom kommt es anlässlich des Besuchs von US-Präsident Nixon zu antiamerikanischen Demonstrationen. Dabei werden 119 Menschen verletzt. Die Polizei verhaftet 199 Demonstranten.

 

 

28.02.1969:    Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln wird die Ausstellung „Kunst der sechziger Jahre“ eröffnet. Dabei handelte es sich um eine der wichtigsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst in Europa, die der Aachener Industrielle Peter Ludwig zusammengetragen hat. In der Ausstellung sind rund 100 Bilder und Objekte sowie Lithographien als Dauerleihgaben zu sehen.

Song des Monats:   San Quentin - Johnny Cash

 

"At San Quentin" ist ein Live-Musikalbum von Johnny Cash, begleitet von seiner Band "The Tennessee Three", seiner Frau June Carter Cash, der Carter Family, Carl Perkins und den Statler Brothers. Es wurde am 24. Februar 1969 in der Haftanstalt San Quentin State Prison in Kalifornien aufgenommen und hielt sich 20 Wochen auf Platz 1 der Billboard Country Album Charts und vier Wochen auf Platz 1 der Popcharts.

 

Cash spielte bereits zum vierten Mal in San Quentin; bereits sein Live-Album "At Folsom Prison- aufgenommen im Januar '68 in der Haftanstalt Folsom - war ein großer Erfolg gewesen. In San Quentin war die Stimmung unter den Gefangenen emotional stark aufgeladen. Cash hatte schon einige Songs, auch zusammen mit seiner Frau gespielt, als er ankündigte, er habe nachmittags ein Lied über seine Eindrücke von San Quentin geschrieben. Als er zu singen begann, verstummten die Gefangenen, um kurz darauf in frenetischen Jubel auszubrechen.

 

Johnny Cash ist - mit seiner beinahe 50-jährigen Karriere - eine der großen Musiklegenden. Er schrieb über 500 Songs und verkaufte bis heute nahezu 100 Mio. Tonträger. Noch immer beeinflusst er eine Vielzahl von Musikern - weit über das Genre der Country-Music hinaus!

 

Diesen Monat wäre er 87 geworden, jedoch starb er bereits am 12.09.2003 - keine vier Monate nach seiner geliebten Frau June.

 

 

 

 

 

Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard


 Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.


Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

… auf gut Deutsch:


Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).


So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.


Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.


Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild


Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen  Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.


Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute  ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.


Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen  durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…


Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...


Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später   auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs)  eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Bau der Berliner Mauer


Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. "  Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.


Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.


Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die  Kapitulation des  Ostblocks vor dem  konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

 Link: weitere Infos

Pille  - Minirock - Flower-Power


Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille  1961 erhielt (nicht nur) die  Frauenbewegung  neuen Auftrieb.


Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o.,  Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die  Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte  erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.


Wem stand der Minirock besser als  dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.


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