Rückspiegel

911er einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen Porsche leisten zu können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!

 

 

Entwicklung der Verbraucherpreise:

Die „Gruppe 47“ trifft sich zu ihrer diesjährigen Tagung in der Fränkischen Schweiz. Die rund 80 Schriftsteller unterzeichnen eine Resolution gegen den Verleger Axel Springer.

 

09.10.1967: In einem Gefecht mit der bolivianischen Armee wird der kubanische Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara von einem Feldwebel der bolivianischen Armee erschossen.

 

10.10.1967: In Bonn trifft ein Waggon mit Bodenseeäpfeln für Ernährungsminister Hermann Höcherl ein. Damit machen die Obstbauern darauf aufmerksam, dass als Folge der guten Ernte die Obstpreise den tiefsten Stand seit 1945 erreicht haben.

 

11.10.1967: Die Regierung Finnlands beschließt die Abwertung der Finnmark um 30 % sowie einen unmittelbar wirkenden Preisstopp. Grund für diese Maßnahmen ist die schwache Handelsbilanz und die geringen Währungsreserven des Landes.

 

12.10.1967: Die Sowjetunion antwortet Bundesaußenminister Willy Brandt auf einen informellen 14-Punkte-Vorschlag der Bundesregierung zu Gesprächen über europäische Sicherheit und Truppenabbau. An Gewaltverzichtserklärungen zeigt sich die UdSSR nur interessiert, wenn die DDR vollgültiger Partner ist.

 

13.10.1967: Vor dem Deutschen Bundestag gibt Außenminister Willy Brandt eine Regierungserklärung ab. Darin spricht er sich für bessere Beziehungen zu Osteuropa aus, lehnt jedoch die Anerkennung der DDR ab.

 

15.10.1967: Bis zum 30. April 1968 wird auf bundesdeutschen Straßen das Fahren mit Spikes-Reifen erlaubt. Diese Regelung gilt für Personenwagen und Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis zu 2,8 Tonnen.

 

16.10.1967: In der belgischen Hauptstadt findet die feierliche Einrichtung des neuen politischen Hauptquartiers des Nordatlantikpakts (NATO) statt.

 

17.10.1967: Zusammen mit 34 anderen Personen wird die US-amerikanische Folk- und Protestsängerin Joan Baez in Oakland (Kalifornien) festgenommen. Die Sängerin demonstrierte mit 800 Wehrdienstverweigerern vor dem Einberufungszentrum der US-Armee gegen den Vietnamkrieg.

 

18.10.1967: Die sowjetische Raumsonde „Venus 4“, die am 12. Juni gestartet war, ist auf der Venus gelandet. Eine am Fallschirm niedergegangene Instrumentenkapsel hat 94 Minuten lang bis zum Aufsetzen Informationen über Druck, Temperatur und Zusammensetzung des Planeten übermittelt.

 

Bei einem schweren Herbststurm über Nord- und Westeuropa kommen 18 Menschen ums Leben, darunter sieben Personen in der BRD.

 

19.10.1967: Als Nachfolger des zurückgetretenen Heinrich Albertz wird Klaus Schütz als Nachfolger als Regierender Bürgermeister von West-Berlin vereidigt.

 

19.10.1967: Auf der in Addis Abeba (Äthiopien) tagenden Konferenz über Flüchtlingsprobleme in Afrika wird bekannt, dass die Zahl der Flüchtlinge in Afrika derzeit ca. 850.000 beträgt.

 

20.10.1967: Das Bundeskabinett in Bonn verabschiedet die Entwürfe von fünf Notstandsgesetzen.

 

Das ZDF strahlt die erste Folge der neuen Sendereihe „Aktenzeichen XY...ungelöst“ von und mit Eduard Zimmermann aus. Noch in der gleichen Nacht wird ein in der Sendung wegen Betrugs gesuchter Mann aufgrund von Zuschauerhinweisen festgenommen.

 

21.10.1967: In Dortmund versammeln sich rund 10.000 Menschen zu einer der größten Protestkundgebungen gegen Zechenschließungen. Die Menschen demonstrierten gegen die geplante Schließung von zwei Schachtanlagen, von der etwa 5.600 Bergarbeiter betroffen sind.

 

22.10.1967: In Städten der USA, Europas und Japans demonstrieren rund 300.000 Gegner der US-amerikanischen Kriegspolitik in Ostasien.

 

23.10.1967: Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger reist zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Großbritannien. In Gesprächen mit dem britischen Premierminister Harold Wilson werden die Ostpolitik, der Atomsperrvertrag sowie der britische Wünsche, der Europäischen Gemeinschaft beizutreten, erörtert.

 

24.10.1967: Bei einem schweren italienisch-ägyptischen Artillerieduell im Gebiet von Suez werden zwei ägyptische Erdölraffinerien in Brand gesetzt.

 

25.10.1967: Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge sind 46 % der US-Bevölkerung gegen den Vietnam-Krieg. Seit 1965 hat sich damit Zahl der Vietnam-Kriegsgegner fast verdoppelt.

 

26.10.1967: Als erste Nuklearmacht hat Großbritannien den von 21 lateinamerikanischen Staaten unterzeichneten „Vertrag über das Verbot von Nuklearwaffen in Lateinamerika“ anerkannt.

 

In Brüssel beschließt der Rat der Europäischen Gemeinschaften (EG) eine neue Fixierung der gemeinsamen Preise für Getreide, Reis, Rind- und Schweinefleisch sowie für Zucker.

 

Mit Arbeitsruhe und offiziellen Gedenkstunden gedenkt Österreich erstmals der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit vor zwölf Jahren.

 

27.10.1967: In Montreal (Kanada) geht die Weltausstellung „Expo 67“ zu Ende. Etwa 50 Mio. Menschen haben die Ausstellung besucht.

 

29.10.1967: In Ost-Berlin beginnen mit der bisher größten gemeinsamen Truppenparade von DDR- und sowjetischen Truppen die Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution.

 

30.10.1967: Binnen zwölf Monaten sind in der bundesdeutschen Textilwirtschaft 100.000 Arbeitskräfte entlassen worden. Nach Ansicht der Gewerkschaft Textil/Bekleidung verlor etwa je die Hälfte den Arbeitsplatz aus Rationalisierungsgründen bzw. als Folge der Konjunkturabschwächung.

 

Die beiden unbemannten Sojus-Raumschiffe „Kosmos 186“ und „Kosmos 188“ führen in einer Erdumlaufbahn das erste „Rendezvous“ mit einer automatischen Ankopplung durch.

 

31.10.1967: Die protestantische Christenheit begeht den 450. Jahrestag der Reformation.

 

Der 25-jährige Gitarrist der „Rolling Stones“, Brian Jones, wird von einem Londoner Gericht wegen unerlaubten Rauschgiftbesitzes zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

 

Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard

 

Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.

 

Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...

 

Die Erkenntnisse hieraus:

 

dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.

 

Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben schon in den frühen Sixties!), dass die Zeichen auf Veränderung stehen.

 

Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir eine gesellschaftliche Zäsur zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.

 

Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!

 

Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Foto © http://rv-bildertanz.blogspot.de; Quelle: Martin Klaus

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.

 

Meine inzwischen massive Abhängigkeit von PC und Internet ist vielleicht das Einzige was mich davon abhält zu sagen: "ich würde lieber in den 1960ern leben als heute."

 

Wie gewohnt werde ich an dieser Stelle die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bin weiterhin gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.

 

Für regelmäßige Besucher:

 

bedingt durch eine Leistungsreduktion meines Providers habe ich nur noch Anspruch auf fünf Seiten; daher musste ich die Gliederung etwas straffen und einzelne Elemente neu verteilen – inhaltlich ändert sich aber (fast) nichts!

 

Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint nun gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!

 

 

Hier aber erstmal der…

 

Der Monat vor 50 Jahren

Seit 1.3.2016 fallen die Tage genauso wie vor 50 Jahren. Das bleibt so bis Feb. 2018!

01.10.1967: In Paris und in 13 französischen Provinzstädten wird mit der Ausstrahlung des Farbfernsehens begonnen, das mit dem sogenannten SECAM-System arbeitet.

 

Das Kernkraftwerk Lingen/Ems (Niedersachsen) hat den Probebetrieb aufgenommen. Seine volle Leistung von 250.000 kW erreicht der für 270 Mio. DM gebaute Reaktor erst am 1. September 1968. Er ist damit – nach Gundremmingen - das zweitgrößte bundesdeutsche Kernkraftwerk.

 

02.10.1967: In Wien wird die Generalkonferenz der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) beendet. Auf der Tagung, die am 26. September begonnen hatte, ist die Anwendung der IAEO-Sicherheitskontrollen bei einem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen erörtert worden.

 

Pfälzische Bauern vernichten 200.000 Köpfe Blumenkohl. Selbst zu einem Stückpreis von 10 Pfennig hatte sich das Gemüse nicht mehr verkaufen lassen.

 

03.10.1967: Die Arbeitsämter im Bundesgebiet einschließlich West-Berlin haben in den letzten zwölf Monaten mehr als eine Mrd. DM ausgezahlt. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum hat sich der Aufwand für diese Leistung verdreifacht. Jeder Berechtigte hat durchschnittlich zwölf Wochen lang je 78,40 DM Arbeitslosengeld erhalten.

 

Um der Wirklichkeit des Krieges zu entfliehen, rauchen 86 % der in den US-amerikanischen Militärlagern in Vietnam stationierten Soldaten täglich Marihuana. Dies hat eine Erhebung in den dortigen US- Militärlagern ergeben.

 

04.10.1967: In der Nähe von Lüttich kommen bei einem Zusammenstoß von drei Zügen zehn Menschen ums Leben.

 

05.10.1967: Eine 18-jährige Schwedin aus Halmstad stirbt an Unterernährung. Sie hatte Anfang des Jahres beschlossen, so lange abzumagern, bis sie die Figur des extrem schlanken Mannequins Twiggy erreicht hätte.

 

08.10.1967: Die Freiheitsbeschränkungen für den ehemaligen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou und weitere acht Abgeordnete werden von der griechischen Militärregierung aufgehoben. Jedoch haben sich die Politiker zum Verzicht auf politische Aktivität verpflichten müssen.

 

Geboren im Oktober 1967:

2. Oktober: Thomas Muster, österreichischer Tennisspieler

15. Oktober: Götz Otto, deutscher Schauspieler

22. Oktober: Ulrike Maier, österreichische Skirennläuferin († 1994, Unfall, Kandahar-Abfahrt)

28. Oktober: Julia Roberts, US-amerikanische Schauspielerin

31. Oktober: Vanilla Ice, US-amerikanischer Popsänger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Song des Monats: The Troggs - Love Is All Around

 

Die Troggs - eine Beat-Band aus dem südenglischen Andover - gehören zu denen, deren Karriere vorwiegend mit 60er-Jahren verbunden war. Gegründet 1964 konnten sie mit "Wild Thing" (Original von Jordan Christopher & the Wild Ones) bereits ein Jahr später ihren größten Hit feiern: Nr. 2 der UK- und Nr. 1 der US-Charts.

 

Die Troggs landeten in der zweiten Hälfte der Sixties noch mehrere Hits wie z. B. "With a Girl Like You" (Juli 1966),"I Can’t Control Myself" (September 1966) und "Any Way That You Want Me" (Dezember 1966). Sie nahmen mit ihren zumeist eher simplen und aggressiven Songs einiges dem Punk-Rock vorweg.

 

Mit Love Is All Around - Erstveröffentlichung 13. Oktober 1967 - wandte sich die Band 1967 vorübergehend der damals angesagten psychedelischen Musik zu. Im Mai 1994 veröffentlichte Wet Wet Wet eine Version des Liedes, die ebenfalls die Charts stürmte.

 

Mit nachlassendem Erfolg löste sich die Band schließlich im März 1969 auf. In der Folge kam es noch zu zahlreichen Projekten (TV-Auftritte, Live-Konzerte, Alben). Erst 2011 endete die Geschichte der Troggs endgültig.

 

Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und Gesellschaft seit den 60er Jahren erfahren haben...

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?

 

Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.

 

Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.

 

Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.

 

Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?

 

 

 

eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.

 

 

In 50 Jahren vom Luxus zum Standard

 

Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.

 

Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.

 

In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.

 

Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

… auf gut Deutsch:

 

Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).

 

So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.

 

Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.

 

Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild

 

Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.

 

Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.

 

Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…

 

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...

 

Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs) eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?

 

Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.

 

Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.

 

Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!

 

Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.

 

Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass

 

Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben; diese will ich niemandem aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!

 

Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte, die Verhältnisse in der DDR darzustellen.

 

 

 

 

Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die westeuropäische Wirtschaft - in einen Aufholprozess gegenüber den USA - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.

 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.

 

Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

Bau der Berliner Mauer

 

Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. " Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.

 

Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.

 

Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die Kapitulation des Ostblocks vor dem konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation: als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?

 

Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?

 

Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.

 

Die Kuba-Krise

 

Jene zwei Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden, auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.

 

Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.

 

Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.

 

Pille - Minirock - Flower-Power

 

Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille 1961 erhielt (nicht nur) die Frauenbewegung neuen Auftrieb.

 

Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o., Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.

 

Wem stand der Minirock besser als dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.

 

Der Summer of Love 1967 markiert sowohl den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).

 

Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil. In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.

 

Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung, Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch in der gerade beendeten dritten gab die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).

 

Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.

 

Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:

 

● zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.

 

● Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor politisch Desinteressierten) verändert.

 

● Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!

 

Die 68er

 

Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon seit Mitte der 60er Jahre in Protesten gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.

 

Im Grunde gehörten die vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.

 

In der bemannten Raumfahrt hatte die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.

 

Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.

 

Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:

 

  • zwar wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere Mondflüge (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  • zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre unterwegs und offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  • zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,

 

aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen als realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das für ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!

 

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