Rückspiegel

911er einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen Porsche leisten zu können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!

 

 

Entwicklung der Verbraucherpreise:

11.08.1967: Die nigerianische Zentralregierung erklärt den „totalen Krieg“ gegen Biafra.

 

12.08.1967: Die „Kommune I“ in West-Berlin feiert die Entlassung des Kommunarden Fritz Teufel aus der Untersuchungshaft mit einem „Love-in“. Teufel befand sich seit dem 2. Juni nach den Anti-Schah-Demonstrationen in Untersuchungshaft.

 

Für die Krönungsfeierlichkeiten des Schahs Mohammed Reza Pahlawi von Persien haben 42 Kisten mit dem 13.000 Einzelstücke umfassenden Service den Güterbahnhof der oberfränkischen Porzellanstadt Selb (Bayern) verlassen. Der Wert des Porzellans wird mit 668.000 DM beziffert.

 

13.08.1967: Seit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 sind bei dem Versuch, aus den Ostsektoren in die Westsektoren der Stadt zu fliehen, 160 Menschen ums Leben gekommen.

 

14.08.1967: Einer Meinungsumfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge billigen 39 % der US-Bevölkerung die Politik von US-Präsident Lyndon B. Johnson, 47 % missbilligen seine Politik, 14 % der Befragten haben dazu keine Meinung. Auf die gleiche Frage wirden nach dem sowjetisch-amerikanischen Gipfeltreffen am 23. Juni in Glassboro (New Jersey) 52 % der US-amerikanischen Bevölkerung billigend, 35 % missbilligend, 13 % unentschieden.

 

15.08.1967: Für zwei Tage sind Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und Außenminister Willy Brandt nach Washington gereist. Dort verhandelten sie mit US-Präsident Johnson über Fragen des Nordatlantischen Bündnisses (NATO) und der von der Bundesregierung geplanten Reduzierung des Bundeswehrpersonals.

 

16.08.1967: Die Bundesregierung hebt die 1961 eingeführte Widerrufsklausel im Interzonenverkehr mit der DDR auf. Außerdem wird der Zahlungsverkehr erleichtert und eine bundesdeutsche Informationsstelle auf der Leipziger Messe eingerichtet.

 

Im Hinblick auf die schwelenden Rassenunruhen hat US-Präsident Johnson den Kongress aufgefordert, die von ihm empfohlenen Programme zur Sanierung der US-amerikanischen Großstädte zu verabschieden.

 

17.08.1967: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verfügen Rentnerehepaare in der BRD über 447 DM im Monatsdurchschnitt.

 

Der Schwergewichtsboxer Muhammad Ali heiratet in zweiter Ehe eine strenggläubige Muslima und kündigt an, sich als Prediger der Black Muslims in den USA betätigen zu wollen.

 

19.08.1967: An den Grenzübergängen Herleshausen /Wirdtha (Thüringen) werden 36 von der BRD freigekaufte DDR-Häftlinge, darunter auch Frauen, übergeben.

 

20.08.1967: Nach mehr als 20-jähriger Pause eröffnet die Deutsche Lufthansa den planmäßigen Linienflugverkehr in die osteuropäischen Hauptstädte Belgrad , Budapest und Bukarest .

 

21.08.1967: Im Kongo kommt es zwischen der Regierung Joseph Desiré (Sésé) Mobutu und den aufständischen Söldnern zu einem Waffenstillstand.

 

China gibt den Abschuss von zwei Flugzeugen der US-Armee über seinem Territorium bekannt.

 

22.08.1967: In der chinesischen Hauptstadt Peking haben Demonstranten die britische Gesandtschaft gestürmt und Feuer gelegt. Als Gegenmaßnahme verhängt Großbritannien über die in Großbritannien weilenden Diplomaten Chinas eine Ausgangssperre.

 

23.08.1967: Die DDR hat vom Bundespostministerium die Zahlung von insgesamt 986 Millionen DM für Leistungen gefordert, die von der Post der DDR für die Bundespost erbracht wurden.

 

24.08.1967: Auf der Genfer Abrüstungskonferenz legen die USA und die Sowjetunion inhaltlich gleiche Entwürfe für den Abschluss eines Atomsperrvertrages vor. In den Entwürfen fehlt jedoch der Kontrollartikel, über den keine Einigung möglich war.

 

25.08.1967: Die Stadt Marburg (Hessen) wird wegen des Ausbruchs einer Seuche, an der mehrere Menschen gestorben sind, in eine Art Ausnahmezustand versetzt. Es handelt sich um ein Virus, das wahrscheinlich mit Versuchsaffen (Meerkatzen) aus Uganda in die Labors des Pharmakonzerns Behringwerke eingeschleppt wurde. Nach diesem Vorfall wird das Virus als Marburg-Virus oder auch Pharma-Behring-Virus benannt.

 

In der Bundesrepublik beginnt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) mit der Ausstrahlung von Sendungen in Farbe.

 

26.08.1967: In London findet eine Konferenz der Notenbankpräsidenten statt. Die Konferenz befasst sich mit der Frage der geplanten internationalen Währungsreform.

 

 

Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard

 

Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.

 

Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...

 

Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Die Erkenntnisse hieraus:

 

dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.

 

Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben schon in den frühen Sixties!), dass die Zeichen auf Veränderung stehen.

 

Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir eine gesellschaftliche Zäsur zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.

 

Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!

 

Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

Foto © http://rv-bildertanz.blogspot.de; Quelle: Martin Klaus

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.

 

Meine inzwischen massive Abhängigkeit von PC und Internet ist vielleicht das Einzige was mich davon abhält zu sagen: "ich würde lieber in den 1960ern leben als heute."

 

Wie gewohnt werde ich an dieser Stelle die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bin weiterhin gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.

 

Für regelmäßige Besucher: bedingt durch eine Leistungsreduktion meines Providers habe ich nur noch Anspruch auf fünf Seiten; daher musste ich die Gliederung etwas straffen und einzelne Elemente neu verteilen – inhaltlich ändert sich aber (fast) nichts!

 

Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint nun gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!

 

 

Hier aber erstmal der…

 

Der Monat vor 50 Jahren

Seit 1.3.2016 fallen die Tage genauso wie vor 50 Jahren. Das bleibt so bis Feb. 2018!

01.08.1967: Die Rassenunruhen haben Washington erfasst. Nur eine Meile vom Weißen Haus entfernt kommt es zu Demonstrationen. Diese werden von der Polizei sofort mit Waffengewalt aufgelöst.

 

Die anhaltende Hitze hat in den Obst- und Gemüseanbaugebieten der Bundesrepublik zu einer Zusammenlegung der Erntetermine geführt, so dass der Markt über die Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit gesättigt ist. Rotkohl und Wirsingkohl werden an Tiere verfüttert.

 

Als letzter US-amerikanischer Mondsatellit dieser Serie hat „Lunar Orbiter 5“ die Bilderkundung des Erdtrabanten beendet. Die „Orbiter“-Fotos erfassen insgesamt 99 % der Mondoberfläche.

 

02.08.1967: Rund 900.000 uneheliche minderjährige Kinder wurden vom Statistischen Bundesamt registriert. Das macht einen Anteil von 5 % der Gesamtbevölkerung unter 21 Jahren aus.

 

03.08.1967: In Bukarest hat Bundesaußenminister Willy Brandt ein Abkommen über die wirtschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Rumänien unterschrieben. Brandt ist der erste Bundesaußenminister, der ein kommunistisches Land besucht.

 

07.08.1967: Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ erhebt schwere Vorwürfe gegen das Verlagshaus Axel Springer. Springer hat angeblich zwei Journalisten damit beauftragt, Material über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) zu sammeln sowie über das Privatleben leitender Angestellter der Fernsehanstalt.

 

Um den gestiegenen Sicherheitsanforderungen der Automobil-Käufer gerecht zu werden, liefert das Volkswagenwerk in Wolfsburg nun die neue Serie der VW-Modelle mit einer Zweikreisbremse und einem flexiblen Zwischenstück im Lenkrad.

 

08.08.1967: In der thailändischen Hauptstadt Bangkok wird durch die Außenminister von Thailand, Malaysia, Indonesien, Singapur und den Philippinen eine Deklaration über die Gründung einer Vereinigung Südostasiatischer Länder (ASEAN) unterzeichnet. Sie soll der Festigung der wirtschaftlichen Stabilität der Mitgliedsländer dienen.

 

10.08.1967: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York verurteilt in einem von Nigeria unterbreiteten Resolutionsentwurf jegliche Unterstützung von ausländischen Söldnern in Afrika.

In Woburn Abbey (England) versammeln sich 5.000 britische Hippies zu einem dreitägigen Festival unter dem Motto „Make Love – not War“.

 

27.08.1967: Der Weltkirchenrat beendet mit der Annahme eines Appells zur Beseitigung der Rassendiskrimierung seine zweiwöchige Tagung in Iraklion (Kreta).

 

28.08.1967: Für die Arbeitnehmer in der DDR tritt die Fünftagewoche in Kraft.

 

Bei einer Kabinettsumbildung in London hat Premierminister Harold Wilson selbst das Amt des Wirtschaftsministers übernommen.

 

Ein Massenabsprung US-amerikanischer Fallschirmsportler am Erisee (US-Bundesstaat Ohio) geht mit einer Tragödie zu Ende. Statt auf dem vorgesehenen Zielgelände sind 19 der 21 Sportler im Eriesee gelandet und ertrunken.

 

30.08.1967: Algerien verstaatlicht fünf Tochtergesellschaften US-amerikanischer Mineralölgesellschaften einschließlich deren Sachanlagen, Rechten und Beteiligungen an Raffinerien und Vertrieb. Der Gesamtwert der enteigneten Gesellschaften wird auf 27 Millionen US-Dollar (etwa 108 Millionen DM) geschätzt.

 

 

 

 

Geboren im August 1967:

 

2. August: Katharina Lehmann, deutsche Schauspielerin

11. August: Enrique Bunbury, spanischer Sänger und Komponist (Héroes del Silencio)

16. August: Moritz Rinke, deutscher Schriftsteller

23. August: Dominic Tony Antonelli, US-amerikanischer Astronaut

25. August: Eckart von Hirschhausen, deutscher Arzt und Kabarettist

 

 

 

 

 

 

 

Song des Monats: Scott McKenzie - San Francisco

 

Zu seinem fünften Todestag am 18.08.2017 möchte ich diesen Monat an Scott McKenzie erinnern. Er war in den frühen Sixties Mitglied der "Smoothies". Seit der Trennung der Band 1964 versuchte er sich als Solist.

 

Im Mai 1967 veröffentlichte er den von seinem engen Freund John Phillips geschriebenen Titel "San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)", der zur Hymne der Hippie-Kultur und weltweit über sieben Millionen Mal verkauft wurde. In den US-Charts kam er noch im selben Monat bis auf Rang 4. Im Juli stieg er in die britischen Charts ein, wo er sich 12 Wochen hielt und (wie später in den deutschen Charts) bis auf Platz 1 gelangte (s. o.).

 

Mit Like An Old Time Movie gelang ihm noch ein weiterer Hit. Von 1986 bis 1993 war McKenzie Teil der Neubesetzung von 'The Mamas and the Papas' (deren Mitbegründer John Phillips gewesen war).

 

2001 trat er beim Gedenkkonzert für den verstorbenen John Phillips auf. McKenzie starb am 18. August 2012 im Alter von 73 Jahren in Los Angeles an einer neurologischen Erkrankung.

 

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Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und Gesellschaft seit den 60er Jahren erfahren haben...

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?

 

Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.

 

Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.

 

Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.

 

Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?

 

 

 

eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.

 

 

In 50 Jahren vom Luxus zum Standard

 

Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.

 

Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.

 

In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.

 

Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

… auf gut Deutsch:

 

Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).

 

So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.

 

Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.

 

Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild

 

Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.

 

Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.

 

Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…

 

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...

 

Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs) eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?

 

Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.

 

Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.

 

Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!

 

Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.

 

Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass

 

Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben; diese will ich niemandem aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!

 

Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte, die Verhältnisse in der DDR darzustellen.

 

 

 

 

Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die westeuropäische Wirtschaft - in einen Aufholprozess gegenüber den USA - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.

 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.

 

Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

Bau der Berliner Mauer

 

Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. " Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.

 

Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.

 

Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die Kapitulation des Ostblocks vor dem konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation: als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?

 

Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?

 

Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.

 

Die Kuba-Krise

 

Jene zwei Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden, auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.

 

Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.

 

Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.

 

Pille - Minirock - Flower-Power

 

Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille 1961 erhielt (nicht nur) die Frauenbewegung neuen Auftrieb.

 

Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o., Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.

 

Wem stand der Minirock besser als dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.

 

Der Summer of Love 1967 markiert sowohl den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).

 

Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil. In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.

 

Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung, Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch heute in der mittlerweile dritten gibt die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).

 

Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.

 

Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:

 

● zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.

 

● Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor politisch Desinteressierten) verändert.

 

● Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!

 

Die 68er

 

Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon seit Mitte der 60er Jahre in Protesten gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.

 

Im Grunde gehörten die vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.

 

In der bemannten Raumfahrt hatte die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.

 

Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.

 

Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:

 

  • zwar wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere Mondflüge (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  • zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre unterwegs und offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  • zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,

 

aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen als realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das für ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!

 

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