Rückspiegel

Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.


Zugegeben: PC und Internet sind die gewaltigsten Innovationen, die ich in meinem Leben erfahren habe – natürlich würde ich sie nicht mehr missen wollen. Davon abgesehen könnte ich aber auf das meiste der  - teils fragwürdigen – Errungenschaften verzichten, die unser Leben inzwischen „bereichern“.


Klar war auch das Leben in den Sixties kein Ponyhof, der Lebensstandard natürlich niedriger als heute. Jedoch behaupte ich, dass die Verteilungsgerechtigkeit (nicht global aber innerhalb der führenden Industrienationen) größer war als heute – ist dieser Punkt nicht der wichtigere?


Auch die Bedrohung durch Kriege war schon damals allgegenwärtig – aber haben wir hier nennenswerte Fortschritte erzielt?


Jedenfalls werde ich auch weiterhin an dieser Stelle die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bleibe gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.


Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!




Hier aber erstmal der…


Geboren im September 1968:  

 1.  September:  Mohammed Atta, ägyptischer Terrorist († 2001)

9.  September:  Hans-Peter Steinacher, österreichischer Segler, Olympiasieger

10. September: Guy Ritchie, britischer Regisseur

16. September: Marc Anthony, puerto-ricanisch-amerikanischer Komponist und Sänger

17. September: Anastacia, US-amerikanische Sängerin

25. September: Will Smith, US-amerikanischer Schauspieler und Rapper

25. September: Friso von Oranien-Nassau, Prinz der Niederlande († 2013)

28. September: Mika Häkkinen, finnischer Rennfahrer; zweimaliger Weltmeister der Formel 1

28. September: Naomi Watts, US-amerikanische Schauspielerin

28. September: Carré Otis, US-amerikanisches Fotomodell und Schauspielerin

 








Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...


Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und  Gesellschaft  seit den 60er Jahren erfahren haben...

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?


Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.


Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.


Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.


Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?




 eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.



In 50 Jahren vom Luxus zum Standard


Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.


Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.


In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.


Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

911er  einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen  Porsche leisten  zu  können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!



Entwicklung der Verbraucherpreise:

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?


Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.


Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.


Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!


Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.


Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass


Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben;  diese will ich niemandem     aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!


Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte,   die Verhältnisse in der DDR darzustellen.





Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg  begann für die westeuropäische Wirtschaft  - in einen Aufholprozess gegenüber den USA  - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere  in der Bundesrepublik Deutschland  wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.


 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.


Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

 

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

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Die Erkenntnisse hieraus:


dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.


Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben  schon in den frühen Sixties!), dass  die Zeichen auf Veränderung stehen.


Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir  eine gesellschaftliche Zäsur  zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.


Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der  jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!


Die Kuba-Krise

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Jene zwei  Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden,  auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.


Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.


Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow  an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger  (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord   gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.


Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation:  als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?


Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan,George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?


Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.


Der Summer of Love 1967 markiert sowohl  den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).


Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil.  In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.


Die 68er

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Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon  seit Mitte der 60er Jahre  in Protesten  gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.


Im Grunde gehörten die  vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.


Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in  jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher  Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung,  Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten  GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch in der nunmehr vierten gibt die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).


Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten  - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.


Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:


●  zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.


●  Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor  politisch Desinteressierten) verändert.


 ●  Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von  ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!


In der bemannten Raumfahrt hatte  die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort  war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.


Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.


Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:


  •   zwar  wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere  Mondflüge  (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  •   zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre  unterwegs und  offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  •   zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,


aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen  als  realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das  für  ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile  in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!


Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

Der Monat vor  50 Jahren

01.09.1968:         Im Nordosten des Iran sterben bei einem Erdbeben nach ersten Schätzungen 12.000 bis 20.000 Menschen. Etwa 100.000 werden obdachlos.

 

Wiesbaden richtet als erste Großstadt in der BRD in der Innenstadt gesonderte Busspuren ein. So soll der öffentliche Nahverkehr stärker von Verkehrsstockungen entlastet werden.

 

02.09.1968:         Zur Eröffnung des Weltapothekertages in Hamburg weist der Berliner Professor Gerhard Martius auf die drohende Überbevölkerung der Welt hin und trittg für verbesserte Methoden der Empfängnisverhütung ein.

 

03.09.1968:         Kurz vor der Landung in Burgas am Schwarzen Meer stürzt ein bulgarisches Verkehrsflugzeug ab. Dabei kommen 50 der 89 DDR-Touristen an Bord ums Leben.

 

05.09.1968:         Der nach einer Romanvorlage von Eric Malpass entstandene Film „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ hat in Essen  seine Uraufführung.

 

06.09.1968:         Das kleine Königreich Swasiland erlangt als 42. afrikanischer Staat die Unabhängigkeit von Großbritannien und wird Mitglied des Britischen Commonwealth.

 

Der US-Spielfilm „Die Reifeprüfung“ von Mike Nichols wird in der BRD uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Dustin Hoffman und Anne Bancroft zu sehen.

 

07.09.1968:         Nach der Kollision mit einem französischen Schubschiff sinkt auf dem Rhein unterhalb von Köln-Porz das niederländische Motorschiff „Ritwijk“ und verliert dabei zahlreiche Fässer mit ätzenden Chemikalien, von denen nur ein Teil geborgen werden kann.

 

08.09.1968:         Die Wahl der „Miss Amerika 1968“ gibt Anlass zu Auseinandersetzungen. Nachdem die Weiße Judy Anne Ford in Atlantic City (New Jersey) zur Schönheitskönigin gekürt wurde,

setzen ihr mehrere Organisationen farbiger Frauen die Schwarze Sandra Williams aus Philadelphia (Pennsylvania) als Schönheitskönigin entgegen.

 

09.09.1968:         Die Deutsche Bundespost teilt mit, dass sie die Warteliste für Telefon-Neuanschlüsse abbauen wolle. Seit mehr als zwei Jahren warten etwa 18.000 Antragsteller auf einen Anschluss.

 

10.09.1968:         Wegen angeblicher Truppenaufmärsche der Sowjetunion entlang der jugoslawischen Ostgrenze ordnet der jugoslawische Staats- und Parteichef Tito eine Teilmobilmachung an.

 

Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR verplomben alle angemeldeten Amateurfunkanlagen und ziehen die Röhren der Empfänger ein. Nach dem Sendeverbot vom 21. August, einen Tag nach der CSSR-Invasion, wird damit auch der Nachrichten-Empfang verboten.

 

11.09.1968:         Südlich von Nizza stürzt eine französische Düsenmaschine ins Mittelmeer. Bei dem Unglück sterben alle 95 Insassen.

 

12.09.1968:              Die sowjetischen Truppen ziehen sich aus Prag, Bratislava und Brno zurück.

 

13.09.1968:         Auf Verlangen der Sowjetunion beschließt die tschechoslowakische Nationalversammlung in Prag drastische Einschränkungen von „bürgerlichen“ Freiheitsrechten. Es geht u. a. um die Pressezensur, das Verbot von Parteien außerhalb der Nationalen Front und die Beschränkung der Reisen ins westliche Ausland.

 

Albanien gibt den formellen Austritt aus dem Warschauer Pakt bekannt. Seine Mitarbeit war von dem Land schon 1961 faktisch eingestellt worden.

 

14.09.1968:         In der schwedischen Hauptstadt Stockholm verteidigt der US-Boxprofi Jimmy Ellis seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht nach Version der World Boxing Association (WBA) durch einen (umstrittenen) Punktsieg nach 15 Runden über Floyd Patterson.

 

15.09.1968:         Die Hochalpenstraße über das Timmelsjoch (Österreich) wird für den Verkehr freigegeben. Sie verbindet das Ötztal mit dem Passeiertal.

 

18.09.1968:         Der südafrikanische Premierminister Balthazar Johannes Vorster erklärt in Bloemfontein, dass ein farbiger Kricketspieler in Südafrika nicht erwünscht sei. Anlass ist das geplante Spiel zwischen der Nationalmannschaft Südafrikas und dem englischen Team, dem ein Farbiger angehört.

 

Die Beatles sind nach einer Umfrage der britischen Musikzeitschrift „Melody Maker“ die weltbeste Popgruppe. An der Umfrage haben sich 55.000 Leser beteiligt. Zu den besten Einzel-Interpreten populärer Musik werden Aretha Franklin und Bob Dylan gewählt.

 

19.09.1968:         Per Funkbefehl von der Bodenstation wird etwa zwei Minuten nach dem Start in Kap Kennedy der US-Nachrichtensatellit „Intelsat III“ zerstört, nachdem die Trägerrakete droht zu bersten.

 

Der deutsche Profiboxer Karl Mildenberger verliert im Kampf gegen den Briten Henry Cooper seinen Europameistertitel im Schwergewicht durch Disqualifikation in der achten Runde.

 

21.09.1968:         Zum ersten Mal kehrt ein Raumflugkörper nach Umkreisung des Mondes sicher zur Erde zurück. Die sowjetische „Sonde 5“, die drei Tage nach ihrem Start den Mond erreicht hatte, wird im Indischen Ozean geborgen.

 

23.09.1968:         Selbst wenn sie berufstätig sind, wenden Frauen in der DDR – einer Umfrage zufolge – wöchentlich ca. 48 Stunden für Hausarbeit auf. Ihre Ehemänner unterstützten sie kaum.

 

24.09.1968:         Die Bundesbahn weiht die jetzt voll elektrifizierte Strecke Osnabrück-Bremen-Hamburg mit einer Sonderfahrt ein. Damit können nun 27 % des bundesdeutschen Streckennetzes elektrisch befahren werden - insgesamt 8.000 Schienenkilometer.

 

26.09.1968:         In Frankfurt / Main wird die Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bekanntgegeben. Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ist seit 1956 vom Bundesverfassungsschutz verboten.

 

26.09.1968:         Zum ersten Mal wird die Kapitulationsurkunde des Deutschen Reiches vom 4. Mai 1945 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu besichtigen ist sie im neuen Dokumentensaal des Londoner Kriegsmuseums.

 

27.09.1968:         Der 31-jährige sowjetische Schach-Großmeister Boris Spasski hat mit seinem Sieg über den Leningrader Victor L. Kortschnoi in Kiew das Recht erhalten, 1969 zu einem Titelkampf gegen seinen Landsmann, den Schachweltmeister Petrosjan anzutreten.

 

29.09.1968:         Die NPD erreicht bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen trotz Stimmenverlusten immer noch 5,2 % der abgegebenen Stimmen. Die SPD verzeichnet 41,7 %, die CDU 38,9 % und die FDP 9,2 %.

 

29.09.1968:         Erstmals wird der deutsche Fernsehpreis „Goldene Europa“ verliehen.

 

30.09.1968:         Die Bundesregierung betont anlässlich des 30. Jahrestages des Münchener Abkommens, dass sie den Vertrag für ungültig halte. Sie würde keine Gebietsansprüche in der CSSR erheben (der Vertrag zwischen Frankreich, Großbritannien, Italien und dem Deutschen Reich hatte die Abtretung der tschechischen Sudetengebiete an das Dritte Reich vorgesehen).

Song des Monats:    Tammy Wynette - Stand by Your Man 

 

 

Stand by Your Man ist ein Country-Song von Tammy Wynette und Billy Sherrill, der von Tammy Wynette gesungen und als Single in den USA  im September 1968 veröffentlicht wurde.

 

In nur ca. 15 Minuten geschrieben war es der erfolgreichste Song Wynettes und wurde vielfach gecovert, darunter von Elvis Presley, Tina Turner, Elton John, (den Titelfiguren des Films) Blues Brothers, Lynn Anderson, Carla Bruni u. v. a.

 

Das Lied erreichte Ende 1968 Platz eins der US-Country-Charts, ebenso in den britischen Charts (hier erst nach seiner Veröffentlichung 1975). 1969 gewann es den Grammy Award für die 'Best Female Country Vocal Performance'. 2001 wurde es von der Recording Industry Association of America (RIAA) auf Platz 48 der Liste der Songs of the Century gesetzt.

 

Der Song wurde von der Frauenbewegung der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre aufgrund seiner Aussage kritisiert, eine Frau solle unter allen Umständen bei ihrem Mann bleiben.

 

Die (wenn auch musikalisch überflüssige) Version von Heike Makkatsch aus dem Soundtrack des Films "Männerpension" machte den Titel auch für Nicht-Country-Fans in Deutschland bekannt  (Platz 11 in den dt. Charts vom März 1996).

 

Tammy Wynette verstarb vor gut 20 Jahren (im April '98); sie wurde nur 55 Jahre alt.

 

 

 

 

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Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard


 Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.


Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

… auf gut Deutsch:


Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).


So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.


Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.


Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild


Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen  Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.


Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute  ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.


Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen  durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…


Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...


Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später   auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs)  eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Bau der Berliner Mauer


Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. "  Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.


Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.


Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die  Kapitulation des  Ostblocks vor dem  konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

 Link: weitere Infos

Pille  - Minirock - Flower-Power


Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille  1961 erhielt (nicht nur) die  Frauenbewegung  neuen Auftrieb.


Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o.,  Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die  Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte  erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.


Wem stand der Minirock besser als  dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.


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