Rückspiegel

911er einst und jetzt?

Da vergleicht man - technisch gesehen - natürlich Äpfel

mit Birnen (bzw. Hauskatze mit Gepard ) - aber:

hat es in den Sixties nicht viel mehr bedeutet,

sich einen Porsche leisten zu können?

Leasing gabs damals jedenfalls nicht!

 

 

Entwicklung der Verbraucherpreise:

08.09.1967: Entlang der Südgrenze zwischen Nord- und Südvietnam kündigt US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara die Anlage eines Abwehrstreifens von 65 km Länge an.

 

09.09.1967: Malta bittet den Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft (EG) um Aufnahme von Verhandlungen über Beziehungen mit der EG.

 

10.09.1967: Bei einer Volksabstimmung in Gibraltar sprechen sich 95,8 % für die weitere Zugehörigkeit zu Großbritannien aus.

 

11.09.1967: Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle setzt sich im polnischen Parlament (Sejm) für eine gemeinsame Lösung des Deutschlandproblems und für eine Neuordnung Europas ein.

 

Nach einer weichen Landung auf dem Mond hat die US-Mondsonde „Surveyor 5“ Bilder von ausgezeichneter Qualität übermittelt und Bodenproben von der Mondoberfläche genommen.

 

12.09.1967: In Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo beginnt die vierte Gipfelkonferenz der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU). Sie dauert bis zum 15. September.

 

In Washington beschließt das US-amerikanische Repräsentantenhaus das Verteidigungsprogramm der USA 1968. Es sieht Ausgaben in Höhe von 70 Mrd. US-Dollar vor.

 

13.09.1967: Das Bundeskabinett verabschiedet den Entwurf eines Gesetzes zur Feststellung des Bundeshaushaltsplanes 1968 in Höhe von 80,7 Mrd. DM. Das sind 3,6 Mrd. DM mehr als 1967. Außerdem beschließt das Bundeskabinett die Erhöhung der Sozialrenten zum 1. Januar 1968 um 8,1 % und der Unfallrenten um 7,2 %.

 

14.09.1967: Da der amtierende Vorsitzende der FDP eine erneute Kandidatur abgelehnt hat, wird vom Bundesvorstand der FDP Walter Scheel als neuer Parteivorsitzender nominiert.

 

15.09.1967: Der Film „Belle de jour – Schöne des Tages“ von Luis Buñuel mit Cathérin Deneuve in der Hauptrolle, der bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist in der BRD angelaufen.

 

16.09.1967: Im Qualifikationskampf zur Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht in Frankfurt am Main (Hessen) unterliegt Europameister Karl Mildenberger dem Argentinier Oscar Bonavena klar nach Punkten.

 

17.09.1967: In der türkischen Stadt Kayseri kommt es wegen einer umstrittenen Torentscheidung bei einem Fußballspiel zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern beider Mannschaften. 44 Menschen kommen ums Leben, mehr als 600 werden verletzt.

 

18.09.1967: Seinem Schreiben an Bundeskanzler Kiesinger legt DDR-Ministerpräsident Willi Stoph einen Vertragsentwurf über die Normalisierung der Beziehungen zur BRD bei.

 

In Washington gibt US-Verteidigungsminister McNamara den Bau eines auf China gerichteten Raketenabwehrsystems bekannt.

 

19.09.1967: Mit 66,6 Mio. t liegt die Getreideernte in den sechs Ländern der Europäischen Gemeinschaft um 13 % über dem Vorjahresergebnis und somit um 5,5 Mio. t über dem bisherigen Rekordergebnis von 1965.

 

20.09.1967: Wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Schah-Besuch am 2. Juni in West-Berlin (der Student Benno Ohnesorg war am Rande der Demonstrationen von einem Polizisten erschossen worden) tritt Innensenator Wolfgang Büsch von seinem Amt zurück.

 

Die Mittelwestregion Nigerias erklärt sich zur unabhängigen Republik Benin.

 

21.09.1967: Durch die Rekordernten in den europäischen Obst- und Gemüseanbaugebieten sind die Preise gesunken: 2,5 kg Äpfel der Sorte „Goldparmäne“ kosten nun 1,50 DM, 1 kg griechische Trauben erster Qualität 0,90 DM und 1 kg Birnen je nach Qualität 0,30 DM bis 0,70 DM.

 

Königin Elisabeth II. tauft das 58.000 BRT große neue Flaggschiff der britischen Passagierflotte auf ihren eigenen Namen. Es läuft in Clydebank vor 30.000 Zuschauern vom Stapel.

 

22.09.1967: Wegen der Vorfälle bei den Anti-Schah-Demonstrationen hat auch der Polizeipräsident von West-Berlin, Erich Duensing, sein Amt zur Verfügung gestellt und um vorzeitige Entlassung in den Ruhestand gebeten.

 

23.09.1967: Die kubanische Regierung gibt bekannt, dass sie 40.000 Funktionäre für acht Monate ihrer Ämter enthoben und zur Arbeit in Fabriken und in die Landwirtschaft geschickt hat.

 

25.09.1967: Der Preis eines „Bild“-Zeitungsexemplars erhöht sich um 5 auf 20 Pfennige. Die Preiserhöhung begründet der Axel-Springer-Verlag mit einer Abschwächung der Anzeigenkonjunktur. Von der Preiserhöhung sind nur die 600.000 Exemplare der Hamburger Ausgabe betroffen.

 

26.09.1967: Aufgrund der Vorfälle bei den Anti-Schah- Demonstrationen tritt nun auch Berlins regierender Bürgermeister Heinrich Albertz mit dem gesamten Senat zurück.

 

27.09.1967: In den Sparten Unterhaltung, Musik, Fernsehspiel und Dokumentation vereinbaren ZDF und ORF gemeinsame Produktionen. Die beiden Fernsehanstalten können dadurch z. B. bei einer Operetten-Inszenierung bis zu 50.000 DM einsparen.

 

28.09.1967: Die USA starten im Rahmen eines weltweiten Netzes von Kap Kennedy mit einer Delta-Rakete den kommerziellen Nachrichtensatelliten „Pacific 2“.

 

29.09.1967: In der türkischen Hauptstadt Ankara endet die zweitägige Beratung der Nuklearen Planungsgruppe (NPG) der NATO. Die versammelten Minister haben u. a. den eventuellen taktischen Einsatz nuklearer Waffen in den Bereichen Mitte und Süd des alliierten Kommandobereichs Europa erörtert.

 

30.09.1967: Bei einem Sprengstoffanschlag auf den Alpenexpress bei Trient kommen zwei Menschen ums Leben. Die italienische Regierung macht Extremisten aus Südtirol für den Anschlag verantwortlich.

 

Haushalte vor 50 Jahren: Telefon als Luxus – Radio als Standard

 

Begibt man sich auf Zeitreise zurück in die Jahre 1962/63, so wird schnell deutlich, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14 % der Haushalte ein Telefon und 34 % eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm.

 

Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Damit gehörten Kühlschränke bereits zu den häufigsten Gebrauchsgütern in den Haushaltedieser Zeit. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und eindeutig an der Spitze: Radios. Auch wenn sich die Menschen zu Beginn der 1960er Jahre bereits die eine oder andere größere Anschaffung leisten konnten – der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte war damals

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück auf die Sixties im Allgemeinen...

 

Herzlich willkommen auf der privaten Website von Johann Eibl aus Regensburg!

Die Erkenntnisse hieraus:

 

dass die Staatsmacht nicht immer konform zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert, ist kein Schreckgespenst der Linken, sondern wird hier objektiv erkennbar.

 

Der Missstand wurde allerdings vom Volk bemerkt und auf der Straße reklamiert. Die Bilder von den Protesten beeindrucken noch heute; sie zeigen (und das eben schon in den frühen Sixties!), dass die Zeichen auf Veränderung stehen.

 

Auch die nachfolgenden parlamentarischen und juristischen Konsequenzen setzten positive Signale. Abgesehen von der Belastungsprobe für den Grundwert der Pressefreiheit sehen wir eine gesellschaftliche Zäsur zwischen patriarchalischer Elite alter Prägung und neuer liberaler Avantgarde, die bereits zu Beginn der Dekade auf den „Showdown“ von 1968 verweist.

 

Somit hat die Spiegel-Affäre in der Nachbetrachtung der jungen Republik gutgetan und dem Geist der 60er alle Ehre gemacht!

 

Yesterday - die Seite für Fans der 60er Jahre

Foto © http://rv-bildertanz.blogspot.de; Quelle: Martin Klaus

Dies ist die private Homepage eines erklärten Fans der 1960er Jahre. Für mich (*1963) sind die Sixties - ohne sie verklären oder verkitschen zu wollen - wie ein köstliches Buffet, bei dem ich zu kurz kam, weil ich zu spät dran war.

 

Meine inzwischen massive Abhängigkeit von PC und Internet ist vielleicht das Einzige was mich davon abhält zu sagen: "ich würde lieber in den 1960ern leben als heute."

 

Wie gewohnt werde ich an dieser Stelle die Welt der 1960er Jahre beleuchten und bin weiterhin gespannt auf Kontakte zu Leuten, die dieses Interessengebiet mit mir teilen.

 

Für regelmäßige Besucher:

 

bedingt durch eine Leistungsreduktion meines Providers habe ich nur noch Anspruch auf fünf Seiten; daher musste ich die Gliederung etwas straffen und einzelne Elemente neu verteilen – inhaltlich ändert sich aber (fast) nichts!

 

Der monatlich aktualisierte "Rückspiegel" erscheint nun gleich nach dieser Einleitung und richtet hierbei den Fokus darauf, was vor 50 Jahren war. Natürlich werden auch die übrigen Inhalte weiter bearbeitet, so dass es sich auch hier lohnt, immer mal wieder reinzuschauen!

 

 

Hier aber erstmal der…

 

Der Monat vor 50 Jahren

Seit 1.3.2016 fallen die Tage genauso wie vor 50 Jahren. Das bleibt so bis Feb. 2018!

01.09.1967: Auf einer Gipfelkonferenz in Karthum (Sudan) beschließen die arabischen Staaten offiziell die Wiederaufnahme der Erdöllieferungen an die USA, Großbritannien und die BRD.

 

Die Bundesregierung gibt Maßnahmen zur Erleichterung des Interzonenhandels mit der DDR bekannt. Waren, die in die DDR geliefert werden sollen, werden von der 1968 in Kraft tretenden Mehrwertsteuer freigestellt.

 

02.09.1967: Der 22-jährige Belgier Eddy Merckx wird nach 265 km in Heerlen (NL) neuer Straßenweltmeister der Radprofis.

 

03.09.1967: Ab sechs Uhr morgens tritt in Schweden die Umstellung vom Linksverkehr zum Rechtsverkehr in Kraft.

 

04.09.1967: Als drittes arabisches Land nach Saudi-Arabien und Kuwait gibt Libyen die Wiederaufnahme der Öllieferungen bekannt. Libyen ist wichtigster Erdöllieferant der BRD.

 

05.09.1967: Das Bundeskabinett billigt den Gesetzentwurf zur Beseitigung der Diskriminierung unehelicher Kinder.

 

In der chinesischen Hauptstadt Peking unterzeichnen Tansania, Sambia und die VR China ein Abkommen über den Bau einer Eisenbahnlinie von Tansania nach Sambia unter chinesischer Beteiligung von 280 Mio. US-Dollar (rund 1,1 Mrd. DM). Damit ist das kupferreiche Land Sambia künftig nicht mehr ausschließlich über die von Weißen beherrschten Gebiete Rhodesiens mit dem Welthandel verbunden.

 

07.09.1967: In New York weist der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Sithu U Thant, anlässlich des „Internationalen Tags der Bildung“ darauf hin, dass noch 40 % der Weltbevölkerung Analphabeten sind.

 

07.09.1967: Ein Viertel der US-amerikanischen Automobil-Arbeiter streikt für höhere Sozialleistungen und ein garantiertes Jahreseinkommen.

Geboren im September 1967:

2. September: Andreas Möller, deutscher Fußballspieler

5. September: Matthias Sammer, deutscher Fußballspieler und -trainer

6. September: Macy Gray, US-amerikanische Sängerin

7. September: Natalia Wörner, deutsche Schauspielerin

7. September: Susan Stahnke, deutsche Schauspielerin und Fernsehmoderatorin

13. September: Michael Johnson, US-amerikanischer Leichtathlet

15. September: Hansjörg Tauscher, deutscher Skirennläufer

21. September: Vera Int-Veen, deutsche Fernsehmoderatorin

24. September: Max Uthoff, deutscher Kabarettist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Song des Monats: Debbie Reynolds - Tammy

 

 

Zur Abwechslung sei diesen Monat mal an eine jener TV-Serien erinnert, die wir als Kinder (sofern es zuhause schon einen Fernseher gab) vorm Zubettgehen noch gucken duften: Tammy, das Mädchen vom Hausboot. Bei uns hatte diese US-Serie von 1965/66 ihre TV-Premiere am 01.09.1967 im ZDF.

 

Die deutsche Fassung des Titelliedes Tammy sang die Schweizer Schlagersängerin Angela (Link: https://www.youtube.com/watch?v=1GtmqyJYsOQ ).

 

Die Fernsehserie basierte teilweise auf den drei US-amerikanischen Kinofilmen Tammy (1957), Tammy Tell Me True (1961) und Sandra und der Doktor (Tammy and the Doctor, 1963).

 

Die US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Debbie Reynolds hatte im ersten Film noch selbst die Titelrolle gespielt. Sie singt in der US-Version das Titellied. Reynolds starb am 28.12.2016, einen Tag nach dem Tod ihrer Tochter Carrie Fisher.

 

Click auf Plattencover = Link zu YouTube

Sehen wir uns zunächst mal einige Fakten an, die uns helfen sollen, den gewaltigen Wandel zu erfassen, den Wirtschaft und Gesellschaft seit den 60er Jahren erfahren haben...

Auto, Spülmaschine, Flachbildfernseher: Standard oder Luxus?

 

Das waren noch Zeiten – die 1960er Jahre: Handarbeit beim Wäschewaschen und Geschirrspülen, der Kaffee wurde erst in der Mühle gemahlen und dann mit Filter über der Kanne aufgebrüht, und samstags lief das Radio mit den Sportübertragungen. Die Anschaffung einer Waschmaschine, eines Geschirrspülers oder eines Fernsehers stand für die Haushalte damals sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel.

 

Die Haushalte heute haben einen anderen Schwer­punkt. Was früher eine Neuheit war, gehört heute zum Standard; gefragt sind vor allem technische Innovationen in der Unterhaltungselektronik, Internet, mobile PCs und Handys. Insbesondere Haushalte mit Kindern sind dies­bezüglich gut ausgerüstet und auch die ältere Generation holt auf.

 

Was für unsere Eltern oder Großeltern früher noch kostbarer Luxus war, ist für die Mehrheit von uns heute bereits eine Selbstverständlichkeit geworden: Telefon, Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine gehören mittlerweile in den meisten Haushalten in Deutschland zur Standardausstattung. Das ist bemerkenswert, weil es in Deutschland immer mehr Haushalte gibt, in denen aber im Schnitt immer weniger Menschen leben.

 

Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt eine solche Grundausstattung, ganz zu schweigen von technischen Neuheiten wie mobilen PCs oder Flachbildfernsehern. Was konnten sich die Menschen vor 50 Jahren eigentlich leisten und wie sieht es heute aus?

 

 

 

eher selten. Gerade einmal 13 % der Haushalte verfügten früher zum Beispiel über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90 % der Haushalte zur Standardausstattung.

 

 

In 50 Jahren vom Luxus zum Standard

 

Während im Vergleich der einzelnen Gebrauchsgüter nahezu 100 % der Haushalte heute über Telefone und Kühlschränke sowie 95 % über Fernsehgeräte verfügen, waren diese Geräte vor 50 Jahren bei weitem nicht in jedem Haushalt vorhanden: Ein Telefon besaßen lediglich 14 % der Haushalte, ein TV-Gerät 34 % und einen Kühlschrank gab es nur in jedem zweiten Haushalt (52 %). Radios (79 %), Staubsauger (65 %) und mechanische Nähmaschinen (47 %) waren dagegen Anfang der 1960er Jahre am weitesten verbreitet.

 

Was Anfang der 1960er Jahre als Neuheit galt, wurde inzwischen vom Zeitgeist überholt und den technischen Innovationen der Gegenwart abgelöst. Damals gab es in 13 % der Haushalte eine Küchenmaschine; heute steht in 71 % der Haushalte eine Mikrowelle. Einen Plattenspieler besaßen Anfang der 1960er Jahre knapp 18 % der Haushalte. Anfang 2013 waren CD-Geräte bereits in 85 % der Haushalte vorhanden. Vor 50 Jahren verfügten 42 % der privaten Haushalte über einen Fotoapparat, heute sind es mit 84 % doppelt so viele Haushalte und 73 % können digital fotografieren.

 

In den vergangenen 50 Jahren haben sich auch die Haushaltsstrukturen deutlich verändert: Während heute 75 % der Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind, traf das Anfang der 1960er Jahre nur auf 46 % der Haushalte zu. Besonders stark setzte sich in diesem Zeitraum der Trend zum Alleinleben durch: Seit Anfang der 1960er Jahre hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte von damals 19 % auf heute 40 % mehr als verdoppelt.

 

Anfang 2013 wohnten in Deutschland gut 22,8 Millionen Haushalte zur Miete, während rund 17,2 Millionen Haushalte im eigenen Heim lebten. Damit lag die Wohneigentümerquote bei 43 %. Mieterhaushalte setzten sich im Schnitt aus 1,7 Personen und Eigentümerhaushalte aus 2,4 Personen zusammen. Pro Kopf stand Mietern durchschnittlich eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern und Eigentümern von 50 Quadratmetern zur Verfügung.

Quelle: Destatis (Statistische Bundesamt)

… auf gut Deutsch:

 

Im Lauf von zwei Jahrzehnten (50er und 60er Jahre) hat sich der Lebensstandard gut verdreifacht (genauer Faktor: 3,35).

 

So atemberaubend dieses Wachstum erscheint: man darf nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.

 

Volkswirtschaftlich gesehen ist es keine Neuigkeit, dass derart nachhaltige Boomphasen überhaupt nur nach Kriegen und großen Naturkatastrophen möglich sind.

 

Ausreißer Kabeljau, ansonsten ein klares Bild

 

Wie man sieht, sagt der direkte Preisvergleich nach 50 Jahren überhaupt nichts aus, abgesehen davon, dass die in der Tabelle angegebenen Lebensmittelpreise von 2009 noch heute von den Discountern locker unterboten werden.

 

Interessant ist dagegen der Blick auf die Arbeitsminuten, die man für eine Ware einsetzen musste. Er zeigt, dass man 1960 beim Einkauf zwingend Prioritäten setzen musste - zwischen Waren, die wir heute ganz selbstverständlich nebeneinander in den Einkaufswagen packen.

 

Einzige Ausnahme ist der Kabeljau: in den 60ern noch ein Essen für Sparsame ist er – wegen durch Überfischung dezimierter Bestände – inzwischen zum Luxus geworden…

 

Autopreise der 60er sowie Entwicklung der Kraftstoffpreise s. "Autos d. 60er"

Der Arbeitsmarkt

Zu beachten: die Entwicklung in den Sixties wird von den Zahlen zwischen 1960 und 1970 beschrieben, d.h. die 60er sind das paradiesische Jahrzehnt für den Arbeitsmarkt!

Erschreckend der Schwund in der Spalte "Unternehmertätigkeit" - die Großen fressen die Kleinen!

Zugegeben, da war auch noch die "Wirtschaftskrise" von 1966/67 - deren Eckdaten treiben einem aber aus heutiger Sicht allenfalls Tränen der Rührung in die Augen! (s. auch unten, hier: "Wirtschaftswunder")

Verliebt, verlobt,...

Seit 1960: geheiratet wird heute nur noch halb soviel, dafür wird mehr als doppelt so oft geschieden...

 

Seid fruchtbar und ... denkt an die Rentner!

Das Jahrzehnt insgesamt bringt bezüglich Bevölkerung nochmal ein deutliches Wachstum.

Konzeptbedingt ist unser Rentensystem auf ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum ange- wiesen.

Ein zukunftsträchtiger Faktor stand bei Inkrafttreten der Rentenreform von 1957 leider noch nicht auf dem Tableau: die Antibabypille kam in Deutschland vier Jahre später auf den Markt.

Die Grafik zeigt Mitte der Dekade das Ende des Babybooms, eingeleitet durch den "Pillenknick"...

Namen:

Hier sehen wir (v. a. bei den Jungs) eine beeindruckende Konstanz bis 1967, dann ein revolutionärer 68er-Ausreißer und eine "Rückbesinnung" 1969 - amüsant!

Was macht die Sechzigerjahre so spannend?

 

Blickt man aus heutiger Sicht auf die gut sieben Jahrzehnte zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vergangen sind, so stehen die 60er in besonders hohem Maß für Umbruch - und zwar in vielerlei Hinsicht.

 

Die Jugend der Sixties ist bereits eine reine Nachkriegsgeneration; sie stellt die für Biederkeit, Doppelmoral und unbewältigte Vergangenheit stehende Adenauer-Ära kritisch in Frage.

 

Wie turbulent diese Dekade wirklich war, kann man zudem an der Tatsache erkennen, daß (bisher ein Unikum in der Geschichte der BRD) drei Kanzlerwechsel - bei insgesamt sieben verschiedenen Regierungskabinetten - stattfanden. Mit den 60ern endet auch das "Abo" der CDU als Regierungspartei - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik!

 

Exemplarisch möchte ich nachfolgend - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige Ereignisse aus dieser Zeit herausgreifen, die nicht nur die 60er kennzeichnen, sondern m. E. auch für den weiteren Verlauf der Geschichte prägend waren.

 

Ausdrücklich weise ich darauf hin, dass

 

Bewertungen der dargestellten Ereignisse nur meine subjektive Sicht der Dinge wiedergeben; diese will ich niemandem aufdrängen, sondern vielmehr zu kontroversen Diskussionen via Kontaktformular einladen!

 

Sich meine Darstellung Deutschlands auf die alten Bundesländer beschränkt, da ich mich als Wessie nicht für kompetent halte, die Verhältnisse in der DDR darzustellen.

 

 

 

 

Die nachfolgenden Themen sind mit den Sechzigerjahren untrennbar verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die westeuropäische Wirtschaft - in einen Aufholprozess gegenüber den USA - ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung. Insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland wurde ein unerwartet schnelles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht.

Das Wirtschaftswunder verlieh den Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und dem Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit ein neues Selbstbewusstsein.

Eigentlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom). Die europäischen Unternehmen konnten sich dabei am Vorbild amerikanischer Unternehmen orientieren.

 

Der Aufholeffekt stellte sich quasi im Windschatten der führenden USA ein. Nachdem das Produktivitätsniveau der amerikanischen Volkswirtschaft erreicht war, trat die westeuropäitsche Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre aus diesem Windschatten heraus, so dass Wachstumsraten wie in den 1950er und 60er Jahren nicht mehr möglich waren.

 

Im Herbst 1973 beendete die Ölkrise endgültig die goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders.

Die Sechzigerjahre stehen hierbei für dessen Höhepunkt - allerdings auch für erste Vorboten von dessen Ende! Prof. Dr. Ludwig Erhard (damals gab’s in der Politik noch viele Fachleute), Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" mahnte bereits 1962, die Deutschen dürften nicht der Maßlosigkeit verfallen. 1961 hatten nämlich die bundesdeutschen Lohnkosten, die der westeuropäischen Konkurrenten weit überholt; das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers gegenüber dem Vorjahr war um durchschnittlich 10,1 % gestiegen, die Arbeitsproduktivität jedoch nur um rund 5 %, eine Lohn-Preis-Spirale zeichnete sich ab.

Tatsächlich kam es 1966/67 zu einer Mini-Rezession: 1965 war das Bruttosozialprodukt noch um 5,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, 1966 nur noch um 2,8 % , 1967 fiel es sogar um 0,2%. Dies war wohl schockierend genug, um von einer Wirtschaftskrise zu sprechen (vgl. "Rückspiegel": einst & jetzt). Später sprach man nur noch von einer "Reinigungskrise" als heilsame, notwendige Anpassung nach übersteigerten Investitionsphasen.

Bau der Berliner Mauer

 

Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. " Zwei Monate später standen bereits wesentliche Teile dieses unerhörten Bauwerks, das nun die Abriegelung West-Berlins vom DDR-Gebiet manifestieren sollte.

 

Dieser letzte und wohl symbolträchtigste Teil des eisernen Vorhangs sollte gut 28 Jahre Bestand haben.

 

Abgesehen von all dem menschlichen Leid, für das die Mauer steht, markiert sie auch die Kapitulation des Ostblocks vor dem konkurrierenden Gesellschaftssystem. Schließlich galt es , die galoppierende Abwanderung von ( v. a. gut ausgebildeten) Arbeitskräften in den Westen zu stoppen, die anders wohl kaum mehr beherrschbar gewesen wäre.

Später (1983) war Oberstleutnant Stanislaw Petrow in einer ähnlichen Situation: als Verantwortlicher im sowjetischen Frühwarnzentrum erklärte er einen Alarm (zunächst ohne Anhaltspunkt dafür) zum Fehlalarm, anstatt pflichtgemäß den atomaren Gegenschlag auszulösen. Wie viele ähnliche Fälle gab es wohl, von denen wir nie erfuhren?

 

Man mag sich nicht vorstellen, wie die Sache unter einem US-Präsidenten Reagan George W. Bush oder gar (Gänsehaut) Donald Trump ausgegangen wäre. Hatte die Menschheit einfach nur Dusel, dass mit JFK der richtige Mann zur rechten Zeit am rechten Platz war?

 

Die Kuba-Krise hat jedenfalls bewirkt, daß zuvor auf Eis gelegte Rüstungskontrollverhandlungen nicht nur wiederaufgenommen, sondern sogar noch intensiviert wurden. Bereits im Sommer 1963 wurde der Abschluss erster Vereinbarungen vollzogen.

 

Die Kuba-Krise

 

Jene zwei Wochen im November ‘62 haben in deprimierender Weise gezeigt, wie schnell eine Krise von einem der „Drittländer“, in denen so gerne die Stellvertrerterkonflikte ausgetragen wurden, auf die eigentlichen Kontrahenten USA / UdSSR bzw. NATO / WP überspringen kann.

 

Besonders erschreckend dabei war die Erfahrung, dass der kriegsauslösende „Druck aufs Knöpfchen“, den man immer in den Händen der Regierungschefs wähnt, ganz plötzlich von einsatzleitenden Militärs abhängen kann.

 

Hier war es der sowjetische Offizier Wassili Alexandrowitsch Archipow an Bord eines sowjetischen U-Boots, der sich als einziger (!) des kommandierenden Dreiergremiums an Bord gegen den Abschuss eines nuklearen Torpedos aussprach.

 

Pille - Minirock - Flower-Power

 

Der Mief musste weg: In den 1960er Jahren ging es in Deutschland richtig rund. Durch die Markt-einführung der Antibabypille 1961 erhielt (nicht nur) die Frauenbewegung neuen Auftrieb.

 

Bereits drei Jahre später wirkte die Pille sich auf die Geburtenrate aus (s.o., Grafik in "Rückspiegel"). In der zweiten Hälfte der 60er sank die Zahl der Geburten um ca., 1/3, der Boden dieses Trends sollte erst 1975 (vorläufig) erreicht werden.

 

Wem stand der Minirock besser als dem Sechziger-Jahre-Model Twiggy? Die "teuerste Bohnenstange der Welt" war dazu prädestiniert, den kürzesten Rock der Welt vorzuführen. Das erste Mager-Modell der Mode-Geschichte wurde 1966 zum "Face of the Year" gewählt.

 

Der Summer of Love 1967 markiert sowohl den Höhepunkt der Hippiebewegung, als auch deren Wandel von der Nischen- zur Massenkultur. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein).

 

Flower Power war das große Thema: In San Francisco trafen sich Tausende junge Menschen im Golden Gate Park, und zelebrierten die freie Liebe, Musik und Drogen als neuen Lebensstil. In kürzester Zeit schwappte die Welle nach Europa über.

 

Marxismus, Psychoanalyse, analytische Sozialpsychologie, die Kapitalismus-, die Klassen- und die Imperialismustheorie waren in jener Zeit Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen. Auch Einflüsse aus anderen Ländern (US-Bürgerrechtsbewegung, Prager Frühling, Studentenrevolte in Paris, etc.) wirkten auf das gesellschaftliche und politische Klima. Hinzu kam, daß die BRD ab 1966 von der ersten GroKo ihrer Geschichte regiert wurde (auch heute in der mittlerweile dritten gibt die Schwachbrüstigkeit der parlamentarischen Opposition Grund zur Sorge).

 

Nach den Ereignissen beim Staatsbesuch des Schah von Persien (1967) und der unangemessenen Polizeigewalt bei den nachfolgenden Großdemonstrationen kippte das Klima in Richtung Gewaltbereitschaft. Tendenziös-populistische Zeitungen schürten - im Schutz der Jahre zuvor so bravourös verteidigten Pressefreiheit – den Konflikt noch weiter, der Verfassungsschutz selbst lieferte Molotowcocktails für den Angriff auf ein Pressehaus.

 

Für geraume Zeit wird der Konflikt richtig hässlich (auch die Wurzeln der RAF liegen in dieser Zeit). Schließlich hat die junge BRD zum Ende der Sechzigerjahre zwar ihre Unschuld verloren, ist jedoch weit besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Als 63er Jahrgang war ich zwar damals nur „körperlich anwesend“, maße mir aber dennoch folgende Bewertung an:

 

● zwanzig Jahre hatte sich die Nation vorwiegend um ihre Mägen gekümmert. Es war höchste Zeit einzusehen, dass die junge Republik auch ideelle Werte bot, für die es einzutreten galt. 68 macht Schluss mit dem spießig–bigotten Geist der Adenauer-Ära und verweist die ewig Gestrigen in ihre Schranken.

 

● Die, die aktiv dabei waren haben keinen Grund, desillusioniert zu sein; sie haben viel in den Köpfen (gerade bei zuvor politisch Desinteressierten) verändert.

 

● Letztlich war das Aufbegehren des Bildungsbürgertums bzw. der Mittelschicht überfällig - nicht motiviert von ökonomischen, sondern von moralischen und ideologischen Interessen!

 

Die 68er

 

Namensgebend für die 1968er Bewegung war das Jahr der Entladung eines Konflikts,der sich schon seit Mitte der 60er Jahre in Protesten gegen die überkommenen politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse und Normen abgezeichnet hatte.

 

Im Grunde gehörten die vorgenan-nten Ereignisse, weltpolitische Fehlentwicklungen (kalter Krieg, Vietnam), aber auch innenpolitische Themen wie die Notstandsgesetze zu den zahlreichen Reibungspunkten zwischen der APO und ihren Sympathisanten einerseits und sog. "Establishment" bzw. konservativem Bürgertum andererseits.

 

In der bemannten Raumfahrt hatte die UdSSR mit dem ersten Mann im All 1961 die USA düpiert. Dort war man nun im Zugzwang - spätestens nachdem John F. Kennedy noch im selben Jahr in einer Rede angekündigt hatte, daß die USA „… noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und ihn wieder sicher zur Erde zurückbringen“ werde.

 

Und tatsächlich glückte dieses phantastische Unternehmen am 20. Juli 1969 mit der Mondlandung von Apollo 11. Wer es damals im Fernsehen verfolgt hat, wird es wohl nie mehr vergessen.

 

Dieses Ereignis krönt die 1960er Jahre kurz vor ihrem Ende und man muß folgendes konstatieren:

 

  • zwar wurden im Rahmen des Apollo-Programms bis 1972 noch 6 weitere Mondflüge (mit 5 Mondlandungen) unternommen,
  • zwar ist heute die Raumsonde Voyager 1 rd. 40 Jahre unterwegs und offenbar noch fit für mindesten 10 weitere, wobei sie (2012) unser Sonnensystem verlassen und den interstellaren Raum erreicht hat - gut 20 Mrd. km von zuhause,
  • zwar hat der Mensch sich inzwischen (mit der ISS.Mission) im Erdorbit häuslich niedergelassen,

 

aber selbst wenn man den noch als vage einzuschätzenden Zeitplan für bemannte Marsmissionen als realistisch annimmt, bleibt es dabei, dass hier 1969 etwas gelungen ist, das für ca. 7 Jahrzehnte nicht mehr getoppt werden wird. Bedenkt man den Fortschritt, den allein die Computertechnologie mittlerweile in einer einzigen Dekade macht, will das schon was heißen!

 

Impressum

 

Anbieter: Johann Eibl, Bgm.-Heinrich-Straße 17, D - 93077 Bad Abbach

 

-----------------------------------------------

Dies ist eine private Internetpräsenz.

 

E-mail : eibl@mail.de

 

-----------------------------------------------

 

Haftungshinweis :

 

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

 

Layout und Gestaltung dieser Präsentation sowie die enthaltenen Informationen sind gemäß dem Urheberrechtsgesetz geschützt. Das ist auch zu beachten, wenn auf diesen Internetseiten erscheinende Materialien Dritter zur Informationsgewinnung verwendet oder kopiert werden.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

 

Eine Haftung aus Schäden, die sich aus Verwendung der veröffentlichten Inhalte ergeben, ist ausgeschlossen.

 

 

Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt! Sollte der Inhalt oder die Aufmachung dieser Seiten Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzen, bitte ich um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote.

 

Copyright © All Rights Reserved